DAS RENNEN

RAAM 2021

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Race Across America

Acht Tage nach meiner Geburt, am 4. August 1982, wagten sich vier Radfahrer an ein außergewöhnliches Unternehmen: Sie nannten es „The Great American Bike Race“. Heute ist es unter dem Namen “Race Across America” (RAAM) als eines der härtesten Radrennen der Welt bekannt. Bei dem Wettbewerb, welcher als das älteste Ultracycling-Rennen der Welt gilt, heißt es die perfekte Planung umzusetzen, Teamwork zu leisten und die körperlichen Strapazen zu ertragen.

Das RAAM führt quer die USA von Westen nach Osten, von Küste zu Küste. Die Gesamtstrecke von ca. 5.000 km mit über 55.000 Höhenmetern zwischen Oceanside, Kalifornien und Annapolis, Maryland wird an einem Stück absolviert – die Uhr tickt ununterbrochen – und muss für Solostarter innerhalb von 12 Tagen (bzw. 288 Stunden) absolviert werden. Sobald der Startschuss gefallen ist, stoppt die Zeit erst im Ziel. An mehreren der 57 Kontrollstellen entlang der Route müssen der Fahrer und seine Crew außerdem Zeitlimits einhalten, um das Rennen fortsetzen zu können. Um diese Karrenzzeit zu erfüllen und so dem Besenwagen zu entgehen, ist – inklusive aller notwendigen (Schlaf-) Pausen – eine durchschnittliches Tempo von genau 17,36 km/h gefordert.

5000 km

50.000 Höhenmeter

4 Zeitzonen

Anstiege bis 18%

Qualifikation

Um sich beim RAAM in die Startliste einschreiben zu können, muss man zuvor bei einem als Qualifikationswettbewerb anerkanntem Rennen, die dafür erforderliche Norm erfüllen. Mit meinem zweiten Platz beim Race Across Germany 2019 habe ich das zwei Jahre gültige Startticket für das RAAM gezogen und mich im Sommer 2020 für einen Start entschieden.

Rennverlauf

Die vorgeschriebene Route führt durch Gebrigsketten, Wüsten und ewige Weiten der USA. Die Herausforderungen liegen dabei neben der enormen phyischenen und mentalen Belastungen vor allem in den wechselnden geografischen und klimatischen Bedingungen. Der Wechsel zwischen heißen Wüstenabschnitten z.B. in der Mojave Wüste und den unberechenbaren Höhenlagen der Rocky Mountains erfolgt innerhalb eines Tages. Während das erste Drittel des Rennens durch die notwendigen Anpassungen an diese externen Faktoren dominiert wird, fordert der mittlere Abschnitt durch die Weiten der Great Plains mit ihren endlosen Highways bis zum Horizont, in erster Linie die mentale Komponente. Im letzen Abschnitt steht die Physis erneut im Mittelpunkt. Neben der, zu diesem Zeitpunkt bereits ausgewachsenen Erschöpfung, fordern die steilen Bergpassagen der Appalchen auch fahrerisch nochmal die letzen Reserven. Sowohl bergan, mit jeder schweren Kurbelumdrehung, als auch bergab, wenn in technisch anspruchsvollen Abfahrten trotz der Müdigkeit die höchste Konzentration gefragt ist, kommt der Fahrer ein letztes Mal an seine Grenzen.